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Überschüsse sinnvoll investieren

Vorwort

Im folgenden soll es um das langfristige investieren am Aktienmarkt gehen.

Dabei spiegelt jede Aussage meine persönliche Meinung wieder und soll keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren darstellen. Wertpapiere sind grundsätzlich eine risikobehaftete Geldanlage, und auch ein Totalverlust kann nicht ausgeschlossen werden.

Wie schon erwähnt, möchte ich Dir Möglichkeiten zur langfristigen Geldanlage zeigen.
Ich möchte mich auch ganz klar von Aktienspekulationen distanzieren. Du wirst hier weder „heiße Aktientipps“ finden, noch Ratschläge um „schnell und ohne Risiko“ reich zu werden.
Solche Versprechen sind Bullshit, man wird weder schnell noch ohne Risiko reich (es sei denn, man hat einfach Glück gehabt). Was aber durchaus möglich ist, ist langfristig ein kleines (oder auch größeres) Vermögen aufzubauen. Darum soll es nun gehen.

Langfristige Geldanlage

Die langfristige Geldanlage soll deine zukünftigen Einkommensströme sicherstellen. Hier triffst du Die Entscheidung, vom reinen Konsumenten zum Investor zu werden. Ich habe manchmal den Eindruck, das viele Menschen auch deshalb ihr Geld für sinnlosen Plunder raus werfen, weil ihnen nicht bewusst ist, das es wesentlich bessere Alternativen gibt.
Eine dieser Alternativen ist es, das Geld zu investieren.
Was ist nun der grundsätzliche Unterschied zwischen einer Konsum- zu einer Investitionsentscheidung?
Nun, einfach gesagt wirft eine Investition Erträge ab – Konsum tut dies nicht.

In einem sehr anschaulich geschriebenen Artikel zeigt der Frugalist Oliver Noelting, das bereits eine Investition von 300,- einen lebenslangen Ertrag von 1€ pro Monat erwirtschaftet.

Wenn du meinen Artikel zur 4% Regel gelesen hast, weißt du bereits, das du mit einem gut strukturierten und breit aufgestellten Portfolio deine Ausgaben langfristig decken kannst.
Selbst wenn du nicht komplett von Deinem Portfolio leben kannst, so wird dich jeder Euro Ertrag der dort erwirtschaftet wird unabhängiger machen. Einmal im Monat schön zum essen gehen für 100€?
Ein Portfolio von 30.000€ ermöglicht Dir das ein Leben lang ohne das es jemals aufgebraucht wäre.
30.000€ sind natürlich schon eine Stange Geld, aber wie du hier nachrechnen kannst, genügt dafür eine monatliche Sparrate von 150€.

Der MSCI World

Du frägst dich nun sicher, woher denn die 7 Prozent Zinsen, die ich meiner Beispielrechnung zugrunde gelegt habe, kommen sollen. Kleine Korrektur: wir sprechen nicht von Zinsen sondern allgemeiner von „Rendite“ (Ertrag, den ein angelegtes Kapital in einem bestimmten Zeitraum bringt).

Die Antwort darauf: Aus dem weltweitern Aktienmarkt.

Wie Christian W. Röhl in einem Artikel zeigt, erwirtschaftet der MSCI-World, ein Index der die Kursentwicklung von rund 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern abbildet, seit 1970 eine jährliche Gesamtrendite von 8%. Unsere angenommenen 7% sind also eher vorsichtig gerechnet.

Der MSCI-World ist allerdings nur beispielhaft genannt. Verschiedene Aktienindizes spiegeln unterschiedliche (Teil-)Bereich der Welt und ihrer Wirtschaftssektoren wieder. Das Ergebnis ist jedoch im wesentlichen immer das Gleiche: der Weltweite Aktienmarkt wirft jährlich ca. 7-8 % Rendite ab. Und dies nun schon seit viele Jahrzehnten.

Das Weltportfolio

Die Sache hat aber einen Haken:

Die Erträge kommen im wesentlichen von nur einem kleinen Teil der weltweiten Aktienunternehmen.
Leider kann auch keiner vorhersagen welches Land oder welche Firma in den nächsten Jahren und Jahrzehnten diese Erträge erwirtschaften wird. Egal was euch selbsternannte Aktiengurus erzählen wollen – die haben auch keine Ahnung.

Daher ist ein sinnvoller Weg in alle Unternehmen der Welt zu investieren – oder zumindest in so viele wie möglich. Aus diesem Grundgedanken ist die Idee des „Weltportfolios“ oder auf der „Welt AG“ entstanden.
Insbesondere Dr. Gerd Kommer hat mit seinem Buch* dieser Idee in Deutschland zu großer Popularität verholfen.

Wie der Titel des Buches verrät, geht es um die Investition in „ETFs“ (Exchange traded funds) oder „Börsengehandelte Indexfonds“.
Dies sind, vereinfacht gesagt, Fonds die sich zu Aufgabe gemacht haben einen bestimmten Index (wie z.B. den MSCI World) möglichst exakt nachzubilden. Diese Fonds versuchen also nicht durch besonders geschicktes Trading eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Daher werden sie auch „passive Fonds“ genannt, und man spricht man hier auch vom „passiven investieren“. Letzteres umfasst allerdings nicht nur die Investition in ETFs, sondern auch den Ansatz des sogenannten Buy & Hold.

Im Gegensatz zu sogenannten „aktiven Fonds“ werden hier auch keine hochbezahlten Aktienanalysten beschäftigt die versuchen sollen den „Mark zu schlagen“ – also eine Rendite zu erwirtschaften die höher liegt als der marktübliche Durchschnitt (unsere 7%).
Das letztere dies ohnehin nicht schaffen steht auf einem anderen Blatt 🙂 Hier ein schöner Artikel aus dem Handelsblatt zu dem Thema.

Dies hat jedenfalls zur Folge, das diese ETFs sagenhaft günstig in der Verwaltung sind. Während bei einem aktiven Fonds jährliche Gebühren von 1,5% – 2% keine Seltenheit sind, liegen ETFs eher bei 0,1% bis 0,3%.

Aktive versus passive Fonds

Nun sagst du dir vielleicht „naja, ob ich jetzt 1,5% mehr oder weniger pro Jahr zahle, dürfte kaum ins Gewicht fallen“ – intuitiv natürlich voll nachvollziehbar, aber genau hier liegst du falsch:

Beispiel:
Variante „aktiver Fonds“
10.000€ angelegt bei (7%-1,5%) 5,5% Rendite nach Kosten
Zeitraum: 25 Jahre
Ergebnis: 31.133,92€

Variante „ETF“
10.000€ angelegt bei (7%-0,1%) 6,9% Rendite nach Kosten
Zeitraum: 25 Jahre
Ergebnis: 53.020,35

Während du also beim aktiven Fonds am ende rund 21.000€ Rendite erwirtschaftet hättest, währen es ,bei gleicher Rendite vor Kosten, beim günstigen ETF 43.000€ – mehr als das Doppelte!

Merke: Unterschätze nie den Einfluss von Kosten über einen langen Zeitraum

Daher sollte, um wieder den Bogen zum Beginn des Artikels zu spannen, deine langfristige Geldanlage aus einem oder mehreren ETFs bestehen. Das Ziel ist es einen möglichst großen Teil des weltweiten Aktienmarktes abzubilden, ohne sich zu sehr im klein-klein zu verzetteln.
Welche Indizes dafür nun in Frage kommen, und wie sich einzelne ETFs unterscheiden, werden wir in einem separaten Artikel beleuchten.

Wenn du Dich etwas näher mit dem Thema ETF´s auseinander setzen möchtest (was ich Dir empfehlen würde), kann ich Dir die Bücher vom Finanzwesir (und seinen Blog) sowie von Gerd Kommer* ans Herz legen. Aber auch die Videoreihe von Finanztip.de zu diesem Thema ist sehr sehenswert. Ich werde dafür noch eine eigene Artikelreihe veröffentlichen, in der Zwischenzeit hast du mit diesen Links einiges an Lektüre vor dir 🙂

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Christian
von Finanzenfuerjeden.de

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