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Von der finanziellen Unsicherheit in die finanzielle Stabilität

Ohne finanzielle Rücklagen und nennenswerte monatliche Überschüsse befindest du Dich in einer gefährlichen Situation. Aktuell kannst du allen deinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen, geringe Unregelmäßigkeiten (egal ob auf der Einnahmen- oder der Ausgabenseite) können jedoch schnell dazu führen, das du in eine ernsthafte finanzielle Schieflage gerätst.
Deshalb ist es nun an der Zeit über konkrete Maßnahmen finanzielle Stabilität zu erreichen. Hierbei gilt es sowohl die Einnahmen- als auch die Ausgabenseite zu betrachten.
Da die Ausgaben i.d.R. leichter zu beeinflussen sind als die Einnahmen, wollen wir damit beginnen:

1. Ausgaben kategorisieren

Jetzt kommt dir das Haushaltsbuch zupass, welches du seit mindestens 3 Monaten führst (nicht? Dann siehe hier). Wenn du deine Ausgaben noch nicht kategorisiert hast, solltest du das spätestens jetzt tun. Hier gilt „so grob wie möglich, so fein wie nötig“. Eine eigene Kategorie für Zahnpasta ist i.d.R. wenig sinnvoll, eine eigene Kategorie für Drogerieartikel kann es durchaus sein.
Also groben Richtwert sollte eine Kategorie mindestens 5% aber maximal 20% deiner Ausgaben umfassen (echte Fixkosten wie z.B. Miete/Strom/Heizung mal ausgenommen).

Diese Kategorien könnten etwa so aussehen:

  • Fixkosten
  • Auto
  • Wohnung
  • Entertainment
  • Drogerie
  • Kleidung
  • Gesundheit
  • Kinder
  • Außer Haus Verpflegung

Ein guter Richtwert sind etwa 8-10 Kategorien. Werden es mehr, verlierst Du Dich leicht im klein klein. Sind es deutlich weniger, sinkt die Aussagekraft.

Es spricht auch nichts dagegen, mit Unterkategorien zu arbeiten, ich unterscheide in der Kategorie Auto z.B. nach „Tankstelle“ und „Reparatur und Wartung“.
Hilfreich ist dafür eine Software mit entsprechender Funktionalität. Hier musst du für Dich einen passenden Weg finden. Allgemein gilt: Lieber die Komplexität erstmal gering halten und nach und nach ausbauen, als sich schon zu Beginn zu verzetteln. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

2. Ausgaben klassifizieren

Im nächsten Schritt sollten du Deine Kategorien der Reihe nach durchgehen. Von der vom Betrag her größten, bis runter zur kleinsten.
Dein Ziel ist es, relevante Ausgaben zu identifizieren und zu hinterfragen. Was sind nun relevante Ausgaben? Als Faustregel kann du davon ausgehen, das es sich lohnt jede Position welche in Summe mehr als 2% deiner monatlichen Ausgaben ausmacht zu überprüfen.

Hierbei ist es unerheblich, ob diese Ausgabe nur einmal monatlich fällig wird, oder jeden Tag. Uns interessiert nur, wie hoch die gesamte monatliche Belastung ist. Daher ist es auch so wichtig für einen längeren Zeitraum alle Ausgaben zu notieren. Gerade kleinere, aber sehr häufig wiederkehrende Ausgaben gehen sonst unter.

Beispiele hierfür könnten sein:

  • Coffee to go auf dem Weg zur Arbeit
  • Mittagessen in der Kantine oder im Imbiss
  • Rauchen
  • Getränke von der Tankstelle

Dein Ziel ist es Ausgaben zu identifizieren die mehr Geld verbrauchen als sie Nutzen erzeugen. Dies kann insbesondere bei häufig wiederkehrenden kleinen Ausgaben passieren. Wenn du die Gesamtsumme unterschätzt, stellst Du die Notwendigkeit vielleicht nie in Frage.
Oder Du kennst vielleicht keine Alternativen, und dir ist gar nicht bewusst, das Du aus diesem Geld anderweitig einen viel größeren Nutzen ziehen könntest – doch dieses Thema behandeln wir separat. Jetzt geht es erstmal um die Bestandsaufnahme und um das Aufräumen 🙂

3. Ausgaben bewerten

Du identifizierst nun also in jeder Kategorie die Ausgaben, die mehr als 2 % Deiner monatlichen Gesamtausgaben ausmachen und beantwortest dir folgende Fragen:

  1. Welches Bedürfnis wird damit befriedigt?
    • Oder handelt es sich eventuell eher um eine Gewohnheit, als um ein echtes Bedürfnis? Würde Dir vielleicht gar nichts fehlen wenn Du dir diese Ausgabe künftig sparst?
  2. Kannst Du dieses Bedürfnis auch zu geringeren Kosten befriedigen?
    • Wenn nein: Ist Dir die Befriedigung des Bedürfnisses das Geld Wert? Um diese Frage zu beantworten, kann es hilfreich sein, auszurechnen wie lange zu dafür arbeiten musst. Je nach Stundenlohn kann eine Ausgabe von 100,- so ein ganz anderes Gewicht bekommen

Die Ausgabe sollte nur dann weiter bestehen wenn

  1. tatsächlich ein Bedürfnis befriedigt wird
  2. es keinen günstigeren Weg dafür gibt (der auch praktikabel ist)
  3. es dir das Geld tatsächlich wert ist

Ansonsten: streichen!

Beispiel Coffee-to-go:
Hanna hat monatliche Ausgaben von 1.800 Euro.
Sie prüft nun alle Posten die über 2% ihrer monatlichen Ausgaben ausmachen (36€).
Durch das Haushaltsbuch wird ihr bewusst, das die 2,5€ die sie täglich für einen Coffee-to-go auf dem Weg zur Arbeit ausgibt, sich monatlich auf 50€ summieren. Damit überschreitet der Posten die 2% Grenze und wird hinterfragt:

  1. Welches Bedürfnis wird damit befriedigt?
    1. –>Koffein, Entspannung auf dem Weg zur Arbeit
  2. Kann ich dieses Bedürfnis auch zu geringeren kosten befriedigen?
    1. –>Sie könnte sich einmalig einen guten Thermobecher kaufen und den Kaffee von Zuhause mitnehmen

Hier wird also tatsächlich ein Bedürfnis befriedigt (ohne Kaffee komme ich in der Früh auch nicht in die Gänge… ). Jedoch kommt Hanna zu dem Schluss, das sie dieses Bedürfnis ebenso gut mit dem Kaffee von zuhause befriedigen könnte. Eigentlich schmeckt ihr der sogar besser. Ich mache es genauso und kann Dir dafür den Thermobecher von Contigo* empfehlen 🙂

Stelle wirklich jede Ausgabe auf den Prüfstand!

  • Stromkosten ->prüfe einen Wechsel
    • lohnt sich fast immer, besonders wenn es das erste mal ist
    • Seiten wie Verivox können den Wechsel deutlich erleichtern
  • Wohnung -> prüfe Deinen Bedarf
    • ein Umzug ist natürlich selbst mit einem großen Aufwand und i.d.R. auch Kosten verbunden. Das Einsparpotential ist aber entsprechend groß
  • Auto -> entspricht Dein Auto deinen Anforderungen?
    • Je kleiner ein Auto ist, desto günstiger ist es in der Regel im Unterhalt
    • Wenn du ein Leasingfahrzeug hast, prüfe ob eine günstigere Variante in Betracht kommt

Auf diese Art und weise gehst du nun alle deine Posten durch und erhältst so die Positionen die du entweder günstig anderweitig ersetzen, oder ganz streichen kannst. Die besten Ergebnisse wirst du erzielen, wenn du diese Übung von nun an monatlich durchführst. Du wirst feststellen, das du Dich in einem laufenden Prozess befindest und Monat für Monat mehr Positionen finden wirst, die du hinterfragen möchtest. Denk immer daran: Dies ist ein Marathon, kein Sprint!

Wie geht es weiter?

Aus den so entstehenden Überschüsse baust du Dir nun nach und nach ein Finanzpolster auf um so finanzielle Stabilität zu erreichen. Ziel ist es, das dieses Polster mindestens 6 mal so groß ist, wie deine monatlichen Ausgaben.

Am einfachsten überweißt du den Überschuss jeden Monat auf ein separates Tagesgeldkonto – ich kann hier das Konto von der DKB empfehlen (Sponsor Link: DKB-Cash: Das kostenlose Internet-Konto), dort bin ich selbst seit Jahren Kunde.
Alternativ findest du hier meinen Tagesgeldvergleich*

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Christian
von Finanzenfuerjeden.de

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